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Ich bin spät dran – wieder einmal. Schnell ziehe ich die Schuhe an und greife zum Schlüsselhaken. Ich verharre mitten in der Bewegung: Wo ist mein Schlüssel? Normalerweise ist er mit dem blauen Schlüsselanhänger, der geformt ist wie ein Schirm, nicht zu übersehen. Doch jetzt ist da gähnende Leere. Im Moment fühle ich mich nicht beschirmt, sondern verlassen.

Kurz flammt Wut in mir auf: Hat ihn wieder jemand mitgenommen, weil der eigene Schlüssel nicht da war? Dann dämmert es mir. Schnell haste ich die Treppen zum Keller hinunter und da liegt er tatsächlich mitten auf dem Betonfußboden, wo ich ihn eigentlich nur kurz hinlegen wollte, weil ich gerade beide Hände für irgendwas brauchte. Die Wut macht der Erleichterung Platz. Ich schaue auf die Uhr – jetzt muss ich aber wirklich los!

Der Vers, um den es in dieser Andacht geht, hat eine Vorgeschichte – und die hat auch etwas mit Suchen zu tun: Jesus fragt zwei Menschen, die zu ihm kommen: „Was sucht ihr?“ Zunächst wirkt die Frage banal. Wir verstehen sie recht oberflächlich und würden wohl entsprechend antworten. Der eine sucht sein Handy, der zweite einen Radiergummi und der dritte eine halbwegs bezahlbare Wohnung. Jesus will aber wissen, was Sinn und Ziel des Lebens ist, denn genau diese Suche treibt die beiden künftigen Jünger um – und das treibt uns heute, 2.000 Jahre später auch noch um. Die Menschen antworten darauf sehr unterschiedlich: Mancher setzt auf das Häuschen im Grünen, ein anderer auf die Karriere im Fernsehen und der Dritte sieht den Sinn des Lebens darin, so viele unterschiedliche Bierdeckel zu sammeln, wie es nur geht. Schön, wenn man eine Antwort auf diese wichtige Frage gefunden hat.

Die Jünger wissen sie noch nicht. Das zeigt ihre Rückfrage: „Wo ist deine Bleibe?“ und Jesus antwortet folgendes:

Jesus Christus spricht: Kommt und seht!

Joh 1,39

Jesus lädt die zwei zu sich ein und sie gehen mit. Es geht den beiden nicht darum zu beurteilen, wie Jesus sein Wohnzimmer eingerichtet hat oder ob er einen Induktionsherd in der Küche benutzt. Sie erhoffen sich Antwort auf ihre brennende Suche nach Sinn, wenn sie sich anschauen, wie dieser Mann lebt. Sie sind nicht nur an einer flüchtigen Begegnung interessiert, sondern an einer engeren Beziehung. Sie wollen ihn kennenlernen. Um jemanden kennenzulernen, reicht es aber nicht aus, nur die Meinung zu politischen oder religiösen Sachverhalten zu hören und in einer gepflegten Diskussion einen intellektuellen Austausch zu haben. Ein solches Ansinnen hätte damals sehr befremdlich gewirkt. Um jemanden kennenzulernen, muss man ein Stück Lebensweg mit ihm gehen. Und Jesus lädt sie zu sich ein: „Kommt und schaut euch an, wie ich lebe. Geht ein Stück des Weges mit mir.“

Genau das bedeutet Jüngerschaft: Ein Stück des Weges mitgehen, um miteinander und voneinander zu lernen. Vielleicht ist das der Schlüssel für das neue Jahr 2022: Einander Wegbegleiter sein. Einander einladen mit den Worten: „Kommt und seht!“ Wir könnten einander zeigen, wie unser Glaube aussieht, woraus wir unseren Lebensmut und unsere Freude schöpfen, warum wir so handeln, wie wir handeln. Es wäre anregend und könnte unseren Horizont erweitern.

Es könnte ein Motto sein für dieses Jahr: Kommt und seht! Hier wohnt Jesus Christus. Schaut euch um. Lasst euch ein auf die Begegnung. Dann gewinnt das Leben Substanz.

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.



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