Ablenkung, Studieren, Buchen, Telefon, Internet, Wi-Fi

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Ich setze mich an den Schreibtisch – da fällt mir ein: Ich wollte heute ja im Stehen arbeiten. Also stehe ich auf und fahre den Schreibtisch hoch. Dann starte ich den Rechner. Er signalisiert mir, dass gerade ein Update läuft, das in wenigen Minuten beendet sein wird. Langsam kriechen die Zahlen nach oben, bis sie bei der Marke von 99 Prozent verharren. Allein der sich bewegende Kreis aus kleinen Punkten signalisiert, dass der Computer im Hintergrund noch arbeitet und nicht abgestürzt ist. Schließlich erscheint das lange ersehnte Startfenster – da poppt in der Seitenleiste eine Nachricht auf, die ich wegklicke. Ich will endlich loslegen und diese Andacht schreiben. Da klingelt das Telefon. Soll ich rangehen? Ich habe leider nicht die Gabe des Klingeln lassens. Also gehe ich ran. Nach einem 10 minütigen Gespräch stehe ich wieder vor dem Bildschirm und starre auf das elektronische weiße Blatt Papier des Officeprogramms. Was wollte ich gerade? Ach richtig. Die Andacht. Ich schaue mir den Monatsspruch für November an und muss schmunzeln. Er passt zu meiner Situation:

Der Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf das Warten auf Christus.
2 Thess 3,5

Ja, das habe ich nötig – mich ausrichten zu lassen auf Gott. Es gibt viele Dinge, die mich ablenken. Oder mit den Worten des Paulus: Mein Herz, das Zentrum meines Seins ist oft auf ganz andere Dinge gerichtet als auf Gottes Liebe zu mir. Womit ich mich beschäftige, das beschäftigt mich auch in meinem Innern. Was meinen Alltag prägt, das prägt auch mich. Man kann es spüren, wenn man sich überwindet, zum Bibelgespräch zu gehen, zum Hauskreis oder zum Gebetsabend der Evangelischen Allianz Wetzlar. Man kommt an und fühlt, wie sich etwas in einem entspannt. Sofort ist etwas anders, ohne sagen zu können, was.

Was geschieht? Man tritt heraus aus dem Raum des Profanen in den Raum des Heiligen. Man lässt sich auf das ganz andere ein, das sonst keine Chance hat, zum Zuge zu kommen. Man setzt sich im Gespräch oder im Gebet der Liebe Gottes aus. Sie zeigt sich erst, wenn wir sie suchen. Sie setzt sich in uns hinein, wenn wir uns der Liebe Gottes aussetzen.

Wir geben diesen Momenten wenig Priorität, aber sie sind wichtig. Wir merken es daran, dass wir in den allermeisten Fällen gestärkt, ermutigt, beschwingt in unseren Alltag zurückkehren. Es ist wie der Halt an einer Autobahnkirche, in der sich die Sinne von der Daueranspannung des Fahrens erholen können. Wir haben Liebe Gottes „getankt“, um weiterfahren zu können.

Eine weitere Möglichkeit spricht Paulus an – das Warten auf Christus. Manchmal fühlen wir uns eingeengt und verlassen von Gott. So ging es den Gemeindemitgliedern in Thessaloniki: Sie hatten gesellschaftliche Nachteile, weil sie Christen waren. Gerade dann – so meint Paulus – sollen wir die Hoffnung nicht aufgeben. Wir brauchen Geduld und Ausdauer, dass der Christus unser Leben zum Guten wendet.

Die Süßigkeitenregale in den Discountern und Supermärkten rufen uns in Erinnerung: Die Adventszeit naht. Sie hat eine andere Bedeutung, als unsere Gesellschaft ihr gibt. Sie ruft uns auf zu einer Zeit des Innehaltens, damit wir uns des Wesentlichen unseres Lebens bewusst werden: Die Ankunft des Erlösers in unserer Mitte. Das bedeutet auch: Wir sind erlösungsbedürftig. Unser Leben kennt Brüche. Vielleicht können wir diesen besonderen Wochen im Jahr ihre ursprüngliche Bedeutung zurückgeben und unsere Herzen ausrichten auf das, was uns stärkt: Der Christus ist nicht fern. Er kommt uns ganz nah – noch in diesem Jahr. Es kommt die Zeit des Friedens. Gottes Liebe wird offenbar werden, wenn wir für einen Moment uns nicht ablenken lassen und unsere Herzen ausrichten auf IHN.

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

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