Lisa kommt müde nach Hause. Den ganzen Tag hat sie Wohnungen besichtigt. Sie war nicht die einzige. Kein Wunder: Sie sucht eine Wohnung, die sie sich als Alleinerziehende mit drei Kindern leisten kann. Sie hätte nicht gedacht, dass es so schwierig ist, etwas Bezahlbares zu finden.

Seufzend macht sie sich einen Kaffee und schickt ein Stoßgebet zum Himmel. Der erste Schluck tut ihr gut, weckt ihre Lebensgeister.

Plötzlich klingelt das Telefon. Wer kann das sein? Hoffentlich nichts mit den Kindern, denkt sie und nimmt ab.

Hallo?“

Ist da Lisa Weigert?“

Was kann ich für Sie tun?“

Mein Name ist Herbert Lienhardt. Ich habe gehört, dass Sie eine Wohnung suchen.“

Woher wissen Sie das?“, fragt Lisa misstrauisch.

Eine gewisse Renate ist wohl mit Ihnen bekannt …“

Ja, ich kenne sie aus meiner Gemeinde.“

Renate ist eine gute Freundin. Sie erzählte mir eher zufällig, dass Sie umziehen müssen. Ich besitze einen Häuserblock mit 6 Wohnungen …“

Nach einigen Minuten legt sie lächelnd auf und denkt: Es gibt wirklich einen Gott.

Zu so einem Erlebnis passt folgender Vers:

Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir. (Apg. 17,27)

Dieser Vers entstammt einer Predigt, die Paulus in Athen gehalten hat. Er gewährt uns Einblick in sein Glaubensleben. Paulus ist nicht nur verkopfter Theologe, der alles durchdenkt. Er macht auch Erfahrungen mit Gott. Er hat immer wieder erlebt, wie Gott an ihn herangetreten ist. Nicht nur vor Damaskus, sondern auch in Philippi. Er saß mit seinem Freund Silas im Gefängnis. Da kam ein Engel Gottes und löste ihre Ketten. An solche Erlebnisse mochte Paulus gedacht haben, als er diesen Vers schrieb: Gott ist nicht fern von uns.

Mit selbstverständlicher Demut begreift er sich selbst im Gefüge einer Welt, die er weder gemacht noch in der Hand hat. Für uns ist das heute anders. Wir verstehen uns nicht so. Die meisten Menschen empfinden die Vorstellung als bedrohlich, dass unser Leben eingewoben ist in Gott. Wir wollen es selbst bestimmen und kontrollieren. Wir tun alles, um diese Illusion aufrecht zu erhalten und erklären allem, was sich unserem Einfluss entzieht, den Krieg. Dieser Aktionismus täuscht darüber hinweg, dass wir sehr viel weniger in der Hand haben, als wir glauben. Aber genau darin liegt die große Chance für uns, besonders in einer Zeit, in der wir unangenehm erfahren müssen, dass unser Leben nicht so sicher ist, wie wir immer glaubten. Wir müssen nicht alles kontrollieren, weil jemand anders die Kontrolle hat. Wir dürfen loslassen, denn unser Leben ist bei Gott in guten Händen. Wir können unsere Hoffnung auf den Herrn richten, der uns immer wieder Zeichen sendet, dass er nicht ferne von einem jeden von uns ist. Wir müssten nur aufmerksam hinschauen.

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

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