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Matthias kommt weinend von der Schule nach Hause. Er sieht ziemlich mitgenommen aus: seine Haare sind zerzaust, die Sachen dreckig, ein paar Schrammen im Gesicht. Nach der Schule ist nur sein älterer Bruder da. Er erzählt die ganze Geschichte: Auf dem Nachhauseweg haben ihm ein paar Jungs aus der Parallelklasse aufgelauert und ihn herumgeschubst. Dann haben sie angefangen, auf ihn einzuprügeln. Schließlich haben sie von ihm abgelassen und er ist weggerannt.

Als sein älterer Bruder Christian diese Geschichte hört, geht er sofort los und knöpft sich die Rowdys vor, die seinen kleinen Bruder so zugerichtet haben.

So eine Geschichte könnte dem Autor des folgenden Verses vor Augen gestanden haben:

Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen!

(Sprüche 31,8)

In diesem Vers geht es um einen Menschen, der für einen anderen einsteht. So wie Christian für seinen jüngeren Bruder Matthias einsteht. Für die eigene Familie springt man ganz selbstverständlich in die Bresche, denn Blut ist bekanntlich dicker als Wasser. Den eigenen Kindern leiht man Geld, wenn sie es brauchen. Auf die Enkel passt man auf, wenn die Eltern einen Abend weggehen wollen. Den jüngeren Bruder verteidigt man gegen böse Jungs aus der Nachbarschaft.

Nicht ganz so selbstverständlich ist es, den Mund für einen Fremden zu öffnen. Schreitet man ein, wenn ein fremder Schüler von anderen drangsaliert wird?

Unser Text spricht von einem König Lemuel, der seine Macht für die Elenden und Armen, für die Hilfsbedürftigen und Schwachen einsetzen soll. Mit der Macht kommt auch die Verantwortung. Wer Macht über andere Menschen hat, der hat auch eine Fürsorgepflicht. Natürlich will abgewogen werden, wo man sich einmischt und wo nicht. Jeder ist schließlich für sich selbst verantwortlich. Aber was, wenn der andere machtlos ist und die Verantwortung für sich selbst nicht tragen kann? Dann muss jemand einspringen und ihm zu seinem Recht verhelfen. Der Monatsspruch für Mai erinnert uns daran, dass es Menschen und Situationen gibt, in denen wir Verantwortung für andere übernehmen müssen.

Das ist der Rat nicht nur an den König, sondern auch an alle, die heute viel Macht oder Geld oder Einfluss haben. Unser natürlicher Impuls ist, alles für uns zu behalten und gemäß unserer gesellschaftlichen Doktrin das meiste zum eigenen Vorteil herauszuschlagen. Nehmen wir uns ein Beispiel an den vielen Menschen, die z.B. während der Flüchtlingskrise nicht die Augen verschlossen, sondern mit großem Herz den Schwachen geholfen haben. Nehmen wir uns ein Beispiel an den Organisationen, die den Mund auftun für Menschen, die sich nicht wehren können, weil sie keine Lobby haben. Gott helfe uns dabei.

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

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