Schon in der Schule sagt man uns: Wir müssen uns verbessern. In der Arbeitswelt auch: Alles lässt sich noch effektiver, noch genauer in noch kürzerer Zeit erledigen. Nicht der Superlativ, sondern der Komparativ macht uns das Leben schwer: Selbst der Beste kann sich noch verbessern. Für das neue Jahr wäre ein Vorsatz gut, der auf den Komparativ verzichtet. Das Jahr soll nicht besser werden als das letzte, sondern gut. Das reicht völlig aus.

Aber woher soll das Gute kommen? Woher erwarten wir es? Von unserer Familie, von unserem Arbeitgeber, einer Rentenerhöhung, Gemeinde und Pastor? In einem Psalm wird die Frage so beantwortet:

Viele sagen: „Wer wird uns Gutes sehen lassen?“ Herr, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes!
(Psalm 4,7)

Das Gute kommt von Gott. Das ist eine gute Antwort. Wenn ich das Wohl und Wehe meines Lebens von anderen abhängig mache, werde ich enttäuscht. Wenn ich mich nur noch auf mich selbst verlasse, bin ich ebenso verlassen. In einem vergänglichen Körper stecken vergängliche Kräfte. Wer meint, über jeden Aspekt seines Lebens die Kontrolle zu haben und für das Gute sorgen zu können, betrügt sich selbst.

Nun ist die Antwort in diesem Psalm nicht so flüssig, wie man sie sich wünscht. Man stolpert über sie wie über einen vorspringenden Pflasterstein. Die Frage: „Wer schenkt uns Gutes?“, fordert eine direkte Antwort. Z.B. „Der Herr!“ Der Psalm antwortet aber indirekt und mit einer Aufforderung: „Herr, lass leuchten dein Antlitz!“ Was soll das?

Um das zu verstehen, müssen wir etwas ausholen: Diese Antwort erinnert an den aaronitische Segen, der oft am Ende des Gottesdienstes zugesprochen wird. Da soll der Herr sein Antlitz über uns leuchten lassen und Frieden geben. In beiden Fällen steht als Vorstellung die antike Familienordnung im Hintergrund. Wenn ein Kind geboren wurde, kam der Herr des Hauses und schaute auf das Neugeborene herab. Das war ein Moment banger Erwartung für das gesamte Haus: Findet das Baby Wohlgefallen oder Missfallen vor seinen Augen? Wird sich sein Gesicht aufhellen oder verdunkeln? In der Sprache der Bibel: Wenn der Hausherr sein Antlitz leuchten lässt, wird das Baby in die Familie aufgenommen.

Jetzt verstehen wir, was der Psalmbeter sagen will: Gott ist der „Hausherr“ der „Menschheitsfamilie“. Wenn er uns mit einem Lächeln begrüßt, haben wir einen Platz in dieser Welt. Dann wird sie hell und wir sind willkommen.

Im Psalm ist es als Aufforderung formuliert, als wäre sich der Beter nicht ganz sicher, wie Gott zu uns steht. Hier sind wir als Christen einen Schritt weiter. Mit Jesus Christus wissen wir, dass Gott unser Vater sein will und uns in Liebe ansieht. Das war seine Botschaft an die Welt: Gott ist unser Vater und wir sind seine Kinder.

Wenn wir nur glauben könnten, dass Gottes Antlitz leuchtet, wenn er uns ansieht. Dann würde die Welt um uns hell. Dann könnten wir glauben, dass Gutes auch im neuen Jahr auf uns wartet.

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

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