Die große Frage treibt uns alle um: Warum sind wir hier auf dieser Welt? Wozu gibt es uns?

Viele suchen Antworten in den wissenschaftlichen Disziplinen, die sich mit dem Menschen befassen: Soziologie, Psychologie, Biologie. Die können aber gar keine Antwort auf diese sehr grundlegende Frage nach dem Woher und Wohin geben. Sie können nur den Ist-Zustand analysieren. Das Ergebnis der Biologie: Der Zufall der Evolution hat uns hervorgebracht. Das ist ein Ergebnis, aber keine Antwort.

Eine Antwort gibt der Monatsspruch für August:

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Ps 139,14)

Wir haben unsere Welt in viele verschiedene Bereiche aufgeteilt, die oft nur wenig miteinander zu tun haben. Das ist eine Folge der notwendigen Spezialisierung in Fachgebiete. Niemand kann bei der Fülle an Wissen und der Komplexität unserer Welt den Überblick haben. Ein Ökonom weiß i.d.R. nur sehr wenig über Ökologie und Soziologie. Er trifft seine Entscheidungen allein aus ökonomischen Gesichtspunkten heraus.

Diese Fragmentierung ist wie ein Dschungel, der uns die Sicht auf das Wesentliche versperrt. Eine Schneise in dieses Dickicht schlägt unser Text, der in seiner orientalischen Weise zusammen sieht, was wir trennen.

Der gesamte Psalm 139 und speziell unser Vers sagen: Die Natur und in ihr der Mensch sind zum Staunen. Sie sind wie eine seltene Blume am Straßenrand so außergewöhnlich, dass man stehenbleibt und sie bewundernd anschaut. Ohne den staunenden Betrachter am Straßenrand, wäre alle Schönheit und Pracht vergeblich. Man könnte sogar sagen: Ohne das Staunen und die bewusste Hinwendung existiert ihre Schönheit nicht.

So ist es auch mit uns Menschen. Ohne jemanden, der die Schönheit in uns sieht und sie wertschätzt, bleiben wir so bedeutungslos wie ein salziger Tropfen unter Milliarden im Ozean dieser Welt. Wenn wir jemanden lieben, gewinnt er für uns einen Wert, den man nicht mit Geld beziffern kann. Liebt uns jemand, entsteht das Unverwechselbare und das Staunen bei ihm. Gäbe es uns nicht – wir würden einander fehlen.

Hier ist auch die Antwort nach dem Warum und Wozu: Wir sind hier, um miteinander zu staunen über die Unverwechselbarkeit des anderen. Um einander zu sagen, wie wunderbar wir gemacht sind.

Aus diesem Grund glauben wir an Gott, die Liebe selbst, bedingungslos und ohne Einschränkungen. Unser Text hat ihn als Adressaten, der über das staunt, was da ist. Sein Blick allein macht aus den Milliarden Tropfen im Ozean Menschen, wertvoll, großartig, einzigartig. Würde es unsere Seele, also die Tiefe unseres Selbst es doch erkennen.

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

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