Ohne Konkurrenz?

Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir. (2 Sam 7,22)

Dieser Vers ist ein Statement der Intoleranz. In der antiken Welt hatte jedes Volk seine eigenen Staatsgötter. Ihre Macht reichte bis an die Grenze ihres Einflußbereichs, aber nicht darüber hinaus. Je mächtiger das Volk, desto mächtiger ihr Gott. Nicht nur Babylon, Ägypten, Israel oder Edom ringen um die Vorherrschaft über das Land, sondern die Götter tun das auch. Wer den Kampf gewinnt, dessen Gott ist stärker. So einfach.

Vor diesem Hintergrund ist die Behauptung unseres Verses wie eine Ohrfeige: Es gibt nur den einen Gott? Niemand ist wie er? Diese völlig fremde Vorstellung war damals schwer zu verdauen.

Und sie ist es heute immer noch! Natürlich glauben wir monotheistisch. Für uns ist selbstverständlich, daß es nur einen Gott gibt. Er hat keine Konkurrenz. Oder doch?

Woran wir wirklich glauben, kann man daran ablesen, wie wir unsere Städte bauen. Welche Gebäude stehen im Zentrum und welche verlagern wir an den Rand? Was werden Archäologen wohl für Schlußfolgerungen daraus ziehen, wenn sie in 1.000 Jahren eine Stadt von heute ausgraben? Es gibt auch heute noch Tempel und prunkvolle „Kirchenbauten“. Die Gottesdienste, die man darin täglich feiert gelten aber nicht dem Gott, von dem hier die Rede ist. Jemand hat gesagt, um unsere heutige Zeit zu beschreiben: „Wir kennen von allem den Preis, aber nicht mehr den Wert.“

Wir verehren den Erfolg, Luxusartikel, den Sport, einen gesunden Körper. Sie werden uns zu Göttern, von denen wir uns ein glückliches Leben versprechen. Sie treten in Konkurrenz zu dem, der ist wie niemand sonst. Es ist viel leichter, sich den Dingen zuzuwenden, die man begreifen kann. Im doppelten Sinne mit dem Verstand und mit den Händen: Mein Haus, mein Garten, mein Auto, mein Asienurlaub. Alles nachzulesen auf facebook. Es ist viel schwerer auf etwas zu vertrauen, was wörtlich über unseren Verstand geht. Zu nebulös. Nicht begreifbar – wieder im doppelten Sinne.

Trotzdem tun es Menschen. So wie König David, der diesen Vers sagt. Er hat wie kaum ein zweiter erleben müssen, daß Macht und Reichtum nur sehr fragwürdige Sicherheit und Glück bieten. Sein Leben ist ein ständiger Wechsel aus Erfolg und Versagen, Glanz und Dunkelheit. Und für viele Krisen ist er sogar selbst verantwortlich. Er erkennt – und darin liegt das Vorbildhafte seines Lebens – daß Gott allein unser Vertrauen rechtfertigt und die Hoffnung, daß unser Leben gut wird.

Das ist die Erfahrung aus vielen Menschenleben nach David bis heute. Gott für dich und mich. Das ist ein Fundament, auf dem man aufbauen kann.

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

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