Die Philister kommen

Der Prophet Samuel hat vor etwa 3000 Jahren das Volk Israel versammelt. Die Philister sind ihre größte Bedrohung, weil sie bessere Waffen haben, sie von ihren Äckern vertreiben und regelmäßig die Ernte abräumen. Der Prophet verdichtet das Problem darauf, daß die Israeliten von Gott abgefallen sind und bietet folgende Lösung an:

Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu und dient ihm allein. (1 Sam 7,3)

Heute würden die meisten wohl sagen: Diese Antwort taugt zu gar nichts. Ein typisch christlicher Ratschlag, der zwar gut klingt, aber nichts bewirkt.

Dabei hat diese Aufforderung eine Aktualität und Weisheit, die man nicht hoch genug einschätzen kann. Martin Luther hat es auf die Formel gebracht: „Woran du aber dein Herz hängst, das ist dein Gott.“ Es geht nicht darum, daß man die falsche überweltliche Wesenheit verehrt. Gott ist das, wonach du dich am meisten sehnst und strebst. Wofür du deine ganze Kraft, deinen ganzen Verstand und all dein Können einsetzt. Was ist das in deinem Leben? Dein Gott oder vielmehr dein Götze – das kann auch etwas ganz Konkretes und Greifbares sein, dem man göttliche Qualität zuschreibt.

In einem Comic wurde das einmal so dargestellt: Ein junger Mann läuft mit angestrengtem Gesicht und ausgestreckten Armen eine Landschaft entlang. Vor ihm schwebt eine Wolke aus Geldscheinen, die er zu ergreifen sucht. In weiteren Bildern wird sein Gesichtsausdruck immer angestrengter, während er der Wolke aus Geldscheinen immer näher kommt. Auf dem letzten Bild hält er die Geldscheine endlich fest an den Körper gedrückt. Er ist inzwischen alt geworden. Die Landschaft vor ihm bricht ab und es öffnet sich eine tiefe Schlucht ohne Boden. Verwundert und ängstlich, vielleicht auch enttäuscht blickt er hinab.

Das Bild will sagen: Wir laufen angestrengt falschen Verheißungen auf Erlösung nach, z.B. Reichtum, Karriere und beruflichem Erfolg. Erlangt man sie, halten sie nicht, was sie versprechen. Wenn man das endlich herausfindet, kann es zu spät sein, und das Leben ist vertan.

In diesen Kontext gestellt bekommt der Satz des Propheten Samuel einen sehr konkreten und tiefen Sinn. Alle Erfolge diesseits des Jordan können niemals den Glauben an einen Gott ersetzen, der uns ursprünglich in einen Garten gesetzt hat voller Bäume, von deren Früchten gut zu essen wäre. Gott ist die unbedingte Bejahung unseres Lebens und die Berechtigung hier sein zu dürfen. Wenn wir unsere Herzen dieser Vorstellung zuwenden, also daran glauben, werden wir frei. Dienen wir Gott, dienen wir dem Leben selbst. Was könnte es Schöneres geben?

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

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